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Gemüse mit Sti(e)l Mangold ist schon über 4000 Jahre bekannt, aber erst mit den Römern kam er nach Mitteleuropa.
Im 15. und 16. Jahrhundert wurde er in seiner Bedeutung zurückgedrängt. Der nah verwandte Spinat machte sich an seiner Stelle in Mitteleuropa breit. Der Trend scheint sich umzukehren: In den letzten Jahren hat sich Mangold wieder wachsender Beliebtheit erfreut. Seine einfache Zubereitung kommt den modernen Kochgewohnheiten entgegen. Aber auch sonst gilt: Sein Name ist Programm! Denn der Name Mangold geht vermutlich auf das altdeutsche Wort Managolt oder Managwalt = Vielherrscher zurück. Damit soll ausgedrückt werden, dass der Mangold Vorzüge hat, die ihn als Beherrscher anderer Pflanzenarten erscheinen lassen.
Man unterscheidet zwei Unterarten: zum einen den Stiel- oder Rippenmangold mit großen Blättern und Blatthauptrippen, zum anderen den Blattmangold mit kleineren Blättern und dünnen Stielen. Im Anbau befinden sich überwiegend Rippenmangoldtypen, z.B. die Sorten `Glatter Silber` und `Lukullus`. Darüber hinaus werden für den Hausgarten rotstielige Sorten angeboten, die den Gemüsegarten leuchten lassen. Die leuchtendrote Farbe der Stiele verschwindet allerdings beim Kochen!
Mangold wird ab Mitte April (ab 9°C Bodentemperatur) gesät. Er bildet eine Rosette mit Blättern von 30- 80 cm Höhe. Wenn man die äußeren, größten Blätter abschneidet oder abreißt, kann die Pflanze über mehrere Wochen beerntet werden. Mit Frostschutz ist auch eine Überwinterung möglich. Der Neuaustrieb im Frühjahr kann dann, bis die Pflanze zur Blüte kommt, ebenfalls geerntet werden.
Was die Inhaltsstoffe anbelangt ähnelt der Mangold sehr dem Spinat, nur liegt er bei allen Inhaltsstoffen etwas niedriger. Er enthält reichlich Provitamin A, Vitamin B2 und Vitamin C sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Die Aminosäure Betain ist verantwortlich für die Fettverdauung und regt Leber und Galle an. Es wirkt antibakteriell und stärkt zusammen mit Vitaminen und Mineralstoffen die Abwehrkräfte des Körpers. Die lebenswichtige Folsäure ist maßgeblich an der Blutbildung beteiligt. Mangold gilt in der Volksmedizin als Helfer bei Bronchitis und Lungenentzündung.
Da sowohl Spinat als auch Mangold Oxalsäure enthalten, die das Kalzium bindet, wird empfohlen, möglichst noch am gleichen Tag kalziumhaltige Nahrungsmittel z.B. in Form von Milchprodukten zu sich zu nehmen. Die negativen Auswirkungen relativ hoher Nitratwerte können durch Zugabe von Vitamin C (z.B. Zitronensaft) abgemildert werden. Außerdem enthalten Gemüsearten aus dem Freilandanbau normalerweise niedrigere Nitratwerte als vom Anbau in Gewächshäusern.
Mangold wird vorwiegend von Mai bis September angeboten. Üblich ist der Verkauf als Kiloware. Im Großhandel hat der Mangold keine große Bedeutung. Einkaufen kann man Mangold deshalb vor allem bei direktabsetzenden Gemüsebaubetrieben.
Die Mangoldblätter lassen sich ähnlich wie Spinat verwenden. Die dicken Mittelrippen der Blätter können wie Spargel oder Schwarzwurzeln zubereitet werden.
Die Blätter kann man in einem leicht angefeuchteten Tuch im unteren Drittel des Kühlschranks für mehrere Tage aufbewahren. Frisch schmeckt er aber natürlich am besten!
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