| Rückenfitness trainieren |
Der Mensch als DauerhockerKleine Rückenübungen lassen sich prima in den Arbeitsablauf integrieren. So kommt Bewegung in den Büroalltag.
Täglich sitzt der Mensch - beim Frühstück, im Auto, bei der Arbeit und auch nach Feierabend, wenn er es sich vor dem Fernseher gemütlich macht. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nehmen allein 17 Millionen Deutsche Tag für Tag im Büro und rund 2,5 Millionen Berufskraftfahrer hinter dem Lenkrad Platz. Im Laufe eines durchschnittlichen Berufslebens läppert sich das auf stolze 80.000 Stunden im Sitzen. Da der Mensch nicht zum Dauersitzen erschaffen wurde, nehmen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems kontinuierlich zu. Auch die meist einseitigen, immer wiederkehrenden Arbeitshandgriffe wie etwa das Klicken der Maustaste oder das Halten des Telefonhörers belasten den Bewegungsapparat - moderne Krankheitsbilder wie das RSI, der sogenannte "Mausarm", werden immer häufiger. Chronische Rückenschmerzen entwickeln sich zur Volkskrankheit. Rückenschmerzen immer ernst nehmen Dennoch nehmen viele Patienten die Schmerzen nicht ernst genug. Entweder bekämpfen sie diese mit Schmerzmitteln, oder sie hoffen darauf, dass die Symptome von selbst abklingen. Letztendlich hilft nur eine gesunde, sportliche Lebensweise dabei, Übergewicht zu verhüten, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und Rückenproblemen vorzubeugen. Besonders gut eignen sich Sportarten, die die Muskulatur stärken und den Rücken nicht belasten, wie beispielsweise Walken, Tanzen oder Schwimmen. Auch die Teilnahme an einem Kurs für Wirbelsäulengymnastik oder an einer Rückenschule bietet sich an und wird sogar von einem Teil der Krankenkassen bezuschusst. Trotz aller Einsicht ist es oft schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden. Vielen fehlt die Zeit und Energie, um nach Feierabend noch Sport zu treiben. Die gute Nachricht: Für den Anfang ist kein exzessives Sportprogramm notwendig. Kleiner Zeitaufwand - große Wirkung Laut einer bundesweiten Bewegungsinitiative der Deutschen BKK beispielsweise sind schon fünf Minuten tägliches Training ein guter Einstieg, um den Gesundheitszustand zu verbessern und das Wohlbefinden zu steigern. Unter www.5machtfit.de zeigt die ehemalige Olympiasiegerin Heide Rosendahl abwechslungsreiche Fünf-Minuten-Übungen, mit denen sich Menschen aller Altersgruppen fit halten können. Auf die Frage, was sie dazu bewegt, die Aktion zu unterstützen, antwortet die engagierte Spitzensportlerin: "Ich versuche immer, Menschen davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, sich zu bewegen. Sport ist ein wichtiger Beitrag zum eigenen Wohlbefinden." Mit den kleinen Bewegungshäppchen des Programms lässt sich die Pause im Büro sinnvoll und gesundheitsfördernd nutzen. Büroarbeit mit Bewegung kombinieren Alle Übungen werden als Fotostrecken auf der Website präsentiert. Eine animierte Figur führt, begleitet von einer Sprecherstimme, durch die Trainingseinheiten. Daneben kann man auf der Seite E-Cards an Freunde und Bekannte verschicken sowie einen Bildschirmschoner mit Übungen herunterladen. Eine sinnvolle Ergänzung kann es sein, den Arbeitsplatz möglichst rückenfreundlich zu gestalten. Der Stuhl muss sich dem Nutzer anpassen - nicht umgekehrt: Sitzhöhe, Neigung und Tiefe der Sitzfläche sowie die Position der Rückenlehne und Armstützen sollten individuell einstellbar sein. Zudem beträgt der optimale Abstand zwischen Auge und Bildschirm circa 50 Zentimeter, die Schriftgröße sollte gut lesbar sein. So vermeidet man häufiges Vorbeugen und Krümmen des Rückens. Sehr wohltuend, wenn auch nicht billig, sind Sitzmöbel, die ein bewegtes Sitzen ermöglichen. Zum Telefonieren empfiehlt es sich, aufzustehen und dabei ein paar Schritte zu laufen.(djd/pt). |